Xavier Naidoo

Xavier Naidoo

Xavier Naidoo, geboren als Xavier Kurt Naidoo am 2. Oktober 1971 in Mannheim, ist ein deutscher Soul- und R&B-Sänger, Songwriter, Komponist und Musikproduzent. Er ist Mitbegründer der Musikgruppe Söhne Mannheims und Gründer der Musiklabels Beats Around the Bush und Naidoo Records.

Sein Debütalbum „Nicht von dieser Welt“ verkaufte sich seit 1998 über eine Million Mal und erreichte wie fünf weitere seiner Soloalben Platz eins der deutschen Charts. Seine Songtexte thematisieren häufig sein Verständnis des Christentums und apokalyptische Szenarien. Gelegentlich ist er auch als Schauspieler, Hörbuchsprecher, Juror und Fernsehmoderator tätig.

Außerdem trat er in den Castingshows „DSDS – Deutschland sucht den Superstar“ und „Sing meinen Song“ und „The Voice of Germany“ auf.

Xavier Naidoo – Ich kenne nichts (Das so schön ist wie du)

Herkunft und Werdegang

Naidoo wurde 1971 in Mannheim geboren. Seine Eltern stammen aus Südafrika, seine Mutter hat irische und sein Vater indische Wurzeln. Er wuchs im Mannheimer Stadtteil Wallstadt auf und wurde katholisch erzogen. In der Schule wurde er nach eigenen Angaben wegen seiner dunklen Hautfarbe gehänselt und lernte Kickboxen zur Selbstverteidigung. Seiner Heimatstadt widmeten er und seine Band Söhne Mannheims mehrere Lieder, darunter Meine Stadt und Wo ist mein Platz. In einem Interview im Jahr 2013 gab Naidoo an, in Heidelberg zu leben.

Er begann in Schul- und Kirchenchören zu singen, wurde Mitglied des Mannheimer Celebration Gospel Choir und der regionalen Band Just 4 Music. Nach dem Abitur begann er eine Kochlehre, arbeitete als Model für Bademoden und als Türsteher im Mannheimer Club Milk! 1992 produzierte er in den USA unter dem Namen „Cobra“ sein erstes Soloalbum „Seeing is Believing“.

1994 wirkte er als Backgroundsänger beim Rödelheim Hartreim Projekt der Frankfurter Produzenten Moses Pelham und Thomas Hofmann mit. Das Musiklabel Pelham Power Productions (3p) baute ihn daraufhin zum Solokünstler auf und produzierte mit ihm und Sabrina Setlur noch 1994 die Single Freisein. Damit wurde Naidoo erstmals einem größeren Publikum bekannt. 1995 und 1998 trat er als Hauptdarsteller in den Musicals Human Pacific und People in Mannheim und Hockenheim auf.

Im Jahr 2000 wurde Naidoo wegen Drogenbesitzes und wiederholten Fahrens ohne Führerschein zu einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten verurteilt, die gegen Zahlung von 100.000 DM und drei Drogentests zur Bewährung ausgesetzt wurde. Im selben Jahr verklagte das Label 3p Naidoo wegen angeblicher Vertragsverletzung durch seine ersten Produktionen mit den Söhnen Mannheims. Das Landgericht Mannheim gab Naidoo Recht. Im Jahr 2005 nahm das Bundesverfassungsgericht eine Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil nicht zur Entscheidung an.

Im Juni 2005 gab Naidoo auf Einladung der deutschen Botschaft zusammen mit den Söhnen Mannheims ein Konzert in der Israelischen Oper in Tel Aviv. Neben seiner Band engagierte sich Naidoo unter anderem bei Brothers Keepers, 4 Your Soul, Rilke Projekt, Rock gegen Rechts, Zeichen der Zeit und Fourtress. Im Jahr 2010 unterstützte er die Fernsehsendung Tatort Internet – Schützt endlich unsere Kinder mit dem Titelsong Sie verdienen einen besonderen Schutz. Zum Vegetarier wurde er nach eigener Aussage durch den Song Der beste Tag meines Lebens von Kool Savas.

Von 1997 bis 2007 war Naidoo mit Stefanie Johst liiert, die auch nach der Trennung Geschäftsführerin seiner Plattenfirma Naidoo Records blieb. Im Januar 2012 heiratete Naidoo, ohne dies oder den Namen seiner Frau bekannt zu geben. Im Herbst 2012 bestätigte er die Ehe. Seit 2013 hat das Paar einen Sohn, was er im Mai 2015 öffentlich machte. Im April 2022 gab Naidoo bekannt, dass seine Frau Julia heißt und aus der Ukraine stammt.

Karriere

Album: Nicht von dieser Welt

1998 veröffentlichte Naidoo das Album „Nicht von dieser Welt“ und die gleichnamige Single. Auf diesem Album wirkten Sabrina Setlur, Moses Pelham, Illmatic und Bruda Sven mit. Der Song erschien auch auf einer Bravo-Compilation und machte ihn einem breiteren jungen Publikum bekannt. Live-Auftritte in ganz Deutschland organisierte er größtenteils selbst und in Zusammenarbeit mit dem Label 3p. Die Konzerte waren besser besucht als erwartet, so dass Naidoo am Ende der Tournee vor über 300.000 Menschen gesungen hatte.

1999 erschien ein Mitschnitt der Konzerte. Im selben Jahr erhielt er den Echo als bester nationaler Künstler, den Comet als bester nationaler Act und den MTV Europe Music Award als bester deutscher Act. Das Album Nicht von dieser Welt wurde mit über einer Million verkauften Exemplaren Naidoos größter Erfolg in seiner Solokarriere. Auch der hymnische Titelsong Sie sieht mich nicht (Musik: Jean-Jacques Goldman) für die Kinoproduktion Asterix und Obelix gegen Cäsar bescherte ihm 1999 in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhebliches Airplay.

Album: Zwischenspiel – Alles für den Herrn

2002 erschien Naidoos zweites Soloalbum „Zwischenspiel – Alles für den Herrn“ als Doppelalbum. Es erreichte in Deutschland und Österreich Platz 1 der Albumcharts. In der Schweiz erreichte es Platz drei. Daraufhin erhielt Naidoo mehrere Auszeichnungen, darunter den Preis als bester deutscher Künstler beim MTV Europe Music Award 2002, den er bereits beim MTV Europe Music Award 1999 erhielt.

In den Musikvideos zum Album spielen die Schauspieler Esther Schweins und Steffen Wink die Hauptrollen. Ebenfalls 2002 sprach Naidoo in der deutschen Fassung des Films City of God die Rolle des Protagonisten und Erzählers Buscapé. Die Single „Ich kenne nichts (das so schön ist wie du)“ aus dem Album The World According to RZA mit RZA erreichte 2003 Platz 1 der deutschen Charts. Für das Album nahm er auch eine Coverversion des 1986er Songs Don’t Give Up von Peter Gabriel und Kate Bush auf.

Der Autor Martin Büsser urteilte, dass auf dem Doppelalbum Alles für den Herrn – Zwischenspiel „nur noch die reaktionär-autoritäre Stimme wie ein Rohrstock auf den Hörer und die Hörerin niederprasselt“. Naidoo fordere „die bedingungslose, devote Hingabe an Gott“ und stelle dann weltliche Gesetze auf wie „die dienende Rolle der Frau und die Bestimmung des Mannes als Vater, Erzieher und Krieger. Reaktionärer geht es nicht!“ Naidoos Texte fallen ideologisch weit hinter zweihundert Jahre Aufklärung und Emanzipation zurück. In dem Lied „Wenn ich schon Kinder hätte“ drohe Naidoo wie ein Sektenführer allen mit körperlicher Gewalt, die versuchten, seine Kinder zu erziehen.

Für ihn wird das Paradies zum Kerker, die menschliche Freiheit zur „bedingungslosen Knechtschaft unter Gott und die patriarchalisch geführte Familie“. Wären die beiden CDs nicht mit Rap und Soul unterlegt, hätte man die Musik als Rechtsrock bezeichnen können: „Einen solchen Soundtrack zu ‚Landser‘-Heften hätten sich nicht einmal Rammstein zu schreiben getraut oder ihn wenigstens in die deutsche Sprache übersetzt.

Album: Telegramm für X

Im Dezember 2005 erschien sein drittes Soloalbum „Telegramm für X“. Das Album erreichte auf Anhieb Platz 1 der LP-Charts, wurde vierfach mit Platin ausgezeichnet und verkaufte sich rund 800.000 Mal. Auch in Österreich und der Schweiz erreichte das Album Platz eins der Charts. Eingeleitet wurde der Erfolg des Albums durch die erfolgreiche erste Singleauskopplung „Dieser Weg“, die im November 2005 veröffentlicht wurde.

Der Song stieg bis auf Platz zwei der deutschen Charts und hielt sich dort mehrere Wochen. Er avancierte zum Fußballhit der WM 2006 in Deutschland. Auch in Österreich und der Schweiz erreichte er die Top Ten. Bei der Echo-Verleihung 2006 wurde Naidoo unter anderem als bester nationaler Künstler ausgezeichnet. Die zweite Singleauskopplung Bist du am Leben interessiert erreichte Platz 27 der deutschen Singlecharts.

Xavier Naidoo – Dieser Weg | Live

Im Juni 2006 erschien der Song „Zeilen aus Gold“, im November 2006 „Was wir alleine nicht schaffen“. Nach dem Ausscheiden der deutschen Fußballnationalmannschaft im Halbfinale der laufenden Weltmeisterschaft sang Naidoo am 9. Juli 2006 zur Begrüßung auf der Fanmeile in Berlin. Kurz darauf veröffentlichte er den Song Danke, mit dem er sich bei der deutschen Fußballnationalmannschaft für die Spiele und den dritten Platz bei der WM 2006 bedankte.

Das Lied sollte zunächst nur im Internet veröffentlicht werden. Nach der großen Fußballbegeisterung wurde er jedoch als Single veröffentlicht und schaffte es auf Platz eins der deutschen Singlecharts, wo er sich insgesamt fünf Wochen hielt. Für über 150.000 verkaufte Singles erhielt er 2006 eine Goldene Schallplatte. Auch in Österreich und der Schweiz erreichte der Titel die Top Ten. Im Dezember 2006 wurde Naidoo mit dem Radio-Award 1 Live Krone ausgezeichnet.

2006 wurde er vom Männermagazin Men’s Health zum bestangezogenen Mann Deutschlands gewählt. 2007 legte er eine Pause mit seinen Soloprojekten ein. Er wirkte jedoch musikalisch an einigen Projekten anderer Künstler mit. Im selben Jahr veröffentlichte er das Kinderbuch Peter und der Wolf von Sergej Prokofjew im Kinderbuchverlag Wolff. 2008 trat er mit den Söhnen Mannheims bei MTV Unplugged auf.

Album: Alles kann besser werden

Im Jahr 2009 tourte er mit den Söhnen Mannheims durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. An einem Abend trat Naidoo solo auf, am nächsten Abend folgte ein Konzert der Söhne Mannheims.
Im Rahmen der Tour wurde das im Juli 2009 erschienene Söhne-Mannheims-Album „Iz On“ sowie das im Oktober 2009 veröffentlichte vierte Soloalbum von Xavier Naidoo „Alles kann besser werden“ vorgestellt.

Auf diesem Album setzt sich Naidoo unter anderem in dem Stück Goldwaagen/Goldwagen mit Verschwörungstheorien zum 11. September 2001 auseinander: „9/11, London und Madrid, jeder weiß, dass Al-Qaida nur die CIA ist. World Trade Center Nr. 7, warum ist von dem Gebäude nichts mehr übrig? Der Echo wurde Xavier im März 2010 verliehen. Im Juni 2010 besuchte er die Bundeswehr in Afghanistan im Camp Marmal (Masar-e Scharif) und im Feldlager Kundus und gab dort mehrere Konzerte zur Unterstützung der Soldaten vor Ort.

Im Jahr 2012 vertrat er zusammen mit Kool Savas unter dem Namen Xavas das Land Baden-Württemberg beim Bundesvision Song Contest. Unter demselben Namen produzierte er mit Kool Savas das Album Gespaltene Persönlichkeit. Im selben Jahr veröffentlichte Naidoo den Song Eye Opener, den er zusammen mit dem Produzenten Kris Menace für dessen Album Features geschrieben hatte.

Weitere Alben von Xavier Naidoo

2013 veröffentlichte Naidoo das Album „Bei meiner Seele“. Im selben Jahr veröffentlichte er unter dem Pseudonym „Der Xer“ das Dubstep-Album „Mordsmusik“ und ein Jahr später das zweite Album „Tanzmusik“.

Im April 2016 erschien das Album Nicht von dieser Welt 2″, an dem er drei Jahre lang mit seinem ehemaligen Mentor Moses Pelham gearbeitet hat. Es ist die Fortsetzung seines Debütalbums Nicht von dieser Welt aus dem Jahr 1998 und wurde sein neuntes Nummer-eins-Album. Die erste Single Frei hielt sich eine Woche in den deutschen Charts. Im selben Jahr lud ihn Andreas Gabalier als Duettpartner für die Konzertreihe MTV Unplugged ein. Gemeinsam sangen sie den Titel A Meinung ham – dahinter stehn.

Ende November 2017 veröffentlichte er das Album „Für dich.“, das auf Platz 3 der deutschen Charts einstieg. Mit den ausgekoppelten Singles Nimm mich mit und Für dich. Im Juli 2019 erschien sein elftes Studioalbum „Hin und weg“ mit den Singleauskopplungen Ich danke allen Menschen, Welt und Gute Zeiten. Für Shirin David arbeitete er im September an dem Titel „Nur mit dir“. Xavier wirkte bei Vanessa Mais Song „Hast Du jemals“ auf dem Album „Für immer“ mit.

Xavier Naidoo – Bei meiner Seele

TV

The Voice of Germany

2011 und 2012 war er einer der Juroren und Coaches der deutschen Gesangs-Castingshow „The Voice of Germany“. In der Jury saßen unter anderem The BossHoss, Nena und Rea Garvey. Mit Max Giesinger gelang ihm 2012 der vierte Platz.

Sing meinen Song – Das Tauschkonzert

Von 2014 bis 2016 moderierte Xavier Naidoo die TV-Show „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“. Zu seinen Gästen zählten Roger Cicero, Sarah Connor, Andreas Gabalier, Gregor Meyle, Sandra Nasić, Sasha, Andreas Bourani, Yvonne Catterfeld, Hartmut Engler, Christina Stürmer, The BossHoss, Samy Deluxe, Annett Louisan, Nena.

Inas Nacht

Xavier Naidoo war 2011 gemeinsam mit den Söhnen Mannheims zu Gast in der beliebten Hamburger Late-Night-Show „Inas Nacht“, die von Ina Müller moderiert wird. Xavier trug zu einem unterhaltsamen und musikalischen Auftritt in dieser Folge bei.

DSDS – Deustchland sucht den Superstar

In den Jahren 2019 und 2020 saß Xavier zusammen mit Dieter Bohlen, Pietro Lombardi und Oana Nechiti in der Jury von „DSDS – Deutschland sucht den Superstar“. Nachdem Videoausschnitte von Naidoo zum Thema Flüchtlinge in sozialen Netzwerken aufgetaucht waren, trennte sich der Fernsehsender RTL am 11. März 2020 zunächst vorübergehend von ihm als Juror bei „DSDS – Deutschland sucht den Superstar“. In einer Pressemitteilung des Senders heißt es unter anderem: Nach den umstrittenen Äußerungen von Xavier Naidoo in einem selbstgedrehten Video, das heute in den sozialen Netzwerken geteilt wurde, hat sich RTL entschieden, den Sänger aus der Jury auszuschließen.

Studioalben

  • 1994 Seeing Is Believing
  • 1998 Nicht von dieser Welt
  • 2002 Zwischenspiel – Alles für den Herrn
  • 2005 Telegramm für X
  • 2009 Alles kann besser werden
  • 2013 Mordsmusik
  • 2013 Bei meiner Seele
  • 2014 Tanzmusik (Xavier lebt hier nicht mehr)
  • 2016 Nicht von dieser Welt 2
  • 2017 Für dich.
  • 2019 Hin und weg