elektronische Musikinstrumente

Elektronische Musikinstrumente

Was sind elektronische Musikinstrumente?

Elektronische Musikinstrumente sind Instrumente, die elektronische Klangerzeugungstechnologien nutzen, um Klänge zu erzeugen und zu manipulieren. Sie umfassen eine Vielzahl von Geräten wie Synthesizer, Drum Machines, Sampler, Soundmodule und Effektgeräte. Diese Instrumente bieten vielfältige kreative Möglichkeiten und ermöglichen ein breites Spektrum an Klängen und Ausdrucksformen in der elektronischen Musikproduktion.

Geschichte der elektronischen Musiinstrumente

Bereits im 18. Jahrhundert wurde mit dem Einsatz von Elektrizität in der Musik experimentiert. Als erstes Instrument dieser Art gilt das Denis d’Or des mährischen Predigers Vaclav Prokop Diviš aus dem Jahr 1753. Die Funktionsweise des bald darauf verloren gegangenen Prototyps ist bis heute ungeklärt; eine Vermutung geht dahin, dass die Saiten des clavichordähnlichen mechanischen Instruments statisch aufgeladen wurden, vermutlich um den Spieler zu erschrecken. Das erste gut dokumentierte und erhaltene elektrische Instrument ist das Clavecin électrique von Jean-Baptiste Delaborde aus dem Jahr 1761, das Reibungsenergie zur Signalübertragung nutzte. Beide Instrumente wurden zu ihrer Zeit als elektrische Instrumente bezeichnet, sind aber nach heutiger Definition weder elektronische noch elektromechanische Instrumente.

Als eines der ersten elektronischen Musikinstrumente gilt der Musiktelegraf von Elisha Gray aus dem Jahr 1874, der bereits einen einfachen elektrischen Oszillator zur Tonerzeugung nutzte. Die in den folgenden Jahrzehnten entstandenen Instrumente bedienten sich zunächst analoger Syntheseformen, oft in Kombination mit elektronischen Filtern zur Klangfarbengestaltung. In historischer Reihenfolge sind hier das 1897 von Thaddeus Cahill entwickelte Telharmonium, das 1919 von Lew Sergejewitsch Termen (Russland) vorgestellte Theremin, 1928 Les Ondes Martenot von Maurice Martenot (Frankreich) und 1930 das Trautonium von Friedrich Trautwein (Deutschland) zu nennen. Spätere Entwicklungen umfassen die elektronische Orgel, Synthesizer wie das Moog Modular System oder das heutige Digitalpiano.

Die eigenständige Gruppe der Elektrophone wurde erstmals von Francis W. Galpin in A Textbook of European Musical Instruments, 1937, definiert, in der Hornbostel-Sachs-Systematik von 1914 ist diese Gruppe noch nicht enthalten. Curt Sachs verwendet den Begriff „Elektrophone“ erstmals 1940 in A History of Musical Instruments.

In den 1980er Jahren kamen die ersten digitalen Synthesizer auf den Markt, das erste erschwingliche und weit verbreitete Instrument war der Yamaha DX7, der mit FM-Synthese völlig neue Klänge und mit der kurz zuvor eingeführten MIDI-Schnittstelle völlig neue Möglichkeiten des Musizierens ermöglichte. Über diese Schnittstelle war es möglich, musikalische Ereignisse mit dem Computer aufzunehmen und wiederzugeben. Damit wurde die Produktion beliebig komplexer Musikstücke allein aus dem Computer heraus möglich. Über so genannte Patches konnten Klangeinstellungen gespeichert und wieder abgerufen werden. Mit Samplern wurde es auch möglich, aufgenommene Naturklänge digital zu speichern und über ein Masterkeyboard in beliebiger Tonhöhe abzurufen. Gesampelte Musikinstrumentenklänge sind heute in großer Auswahl auf den meisten Einsteigerkeyboards verfügbar, widersprechen aber als Instrumentenimitationen der Idee von elektronischen Musikinstrumenten mit eigenständigem Klang.

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts werden die Personal Computer immer leistungsfähiger und es wird zunehmend Software zur Klangbearbeitung und -synthese eingesetzt. Ganze Studios lassen sich auf dem Computer in Software abbilden und ermöglichen es so auch Musikern mit kleinem Budget, mit Hilfe von Soundkarten qualitativ hochwertige Klänge einfach am heimischen Computer zu erzeugen.

Von Synthesizern bis hin zu Effektgeräten

Die Welt der elektronischen Musikinstrumente bietet eine beeindruckende Klangvielfalt und kreative Möglichkeiten für Musiker und Produzenten. Dank der vielseitigen Synthesemethoden können einzigartige und außergewöhnliche Klanglandschaften erschaffen werden. Die umfangreiche Auswahl an Drum Machines und Sequenzern ermöglicht die präzise Gestaltung von Rhythmen und Beats. Effektgeräte eröffnen Möglichkeiten zur Klangverformung und Sounddesign. Die Integration von Software und Hardware erweitert die Flexibilität und den Workflow der Musikproduktion. Durch die Kombination verschiedener Instrumente und Technologien entsteht eine unendliche Palette an kreativen Ausdrucksmöglichkeiten. Die elektronischen Musikinstrumente sind ein faszinierendes Terrain für experimentelle Klänge und individuellen künstlerischen Ausdruck.

Liste der elektronischen Musikinstrumente