Zupfinstrumente

Zupfinstrumente

Was sind Zupfinstrumente?

Zupfinstrumente sind eine vielfältige Gruppe von Saiteninstrumenten, bei denen die Saiten direkt durch Zupfen oder Anschlagen mit den Fingerspitzen oder einem Plektrum in Schwingung versetzt werden. Es gibt zwei Hauptkategorien von Zupfinstrumenten, die sich durch die Art der Tonerzeugung unterscheiden. 

Zur ersten Gruppe gehören Instrumente wie Gitarre, Laute, Mandoline, Banjo und Balalaika. Hier wird die Tonhöhe durch Verkürzen der Saiten mit den Fingern erzeugt, mit oder ohne Griffbrett.

In der zweiten Gruppe, zu der Zithern, Harfen und Leiern gehören, muss für jeden Ton mindestens eine Saite vorhanden sein, die nicht mit den Fingern verkürzt wird.

Der wesentliche Unterschied zwischen Zupf- und Streichinstrumenten liegt in der Art und Weise, wie die Saiten zum Schwingen gebracht werden. Bei Zupfinstrumenten geschieht dies durch Zupfen der Saiten mit den Fingern oder einem Plektrum. Streichinstrumente dagegen erzeugen Töne, indem die Saiten mit einem Bogen gestrichen werden, wie bei Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass.

Die Unterscheidung zwischen Zupf- und Tasteninstrumenten ist vor allem im Orchester von Bedeutung. Obwohl die zweite Gruppe unverkürzte Saiten umfasst, werden auch Zupfklaviere wie Cembalo, Virginal und Spinett dazu gezählt. Diese Tasteninstrumente zeichnen sich dadurch aus, dass die Saiten indirekt über eine Klaviatur und eine Hebelmechanik gezupft werden. Interessanterweise ist die Zuordnung als Zupfinstrument in der Hornbostel-Sachs-Systematik kein ausschlaggebendes Klassifikationskriterium.

Geschichte der Zupfinstrumente

Die Geschichte der Zupfinstrumente erstreckt sich über Jahrtausende und zeugt von einer faszinierenden Entwicklung kultureller Ausdrucksformen. Bereits in der Altsteinzeit entstanden erste Formen von Zupfinstrumenten in Form von Musikbögen, bei denen die Saiten an den Enden eines Bogens befestigt waren. Aus diesen Stabzithern, die aus Pflanzenfasern, Haaren, Seide oder Tiersehnen hergestellt wurden, entwickelte sich eine Vielzahl von Zupfinstrumenten, die die musikalische Landschaft unterschiedlichster Kulturen prägten.

Die Mesopotamier im 4. Jahrtausend v. Chr. verwendeten die Leier als sumerisches Nationalinstrument, das später zur Handleier weiterentwickelt wurde. Ägypten kannte im 3. Jahrtausend v. Chr. die große Bogenharfe, während in Palästina die Kinnor, eine Tragleier, häufig zur Gesangsbegleitung im Tempel eingesetzt wurde. In Indien waren es die Vina-Bogenharfen, die in der vedischen Zeit bis ins 1. Auch in China wurden bereits im 2. Jahrtausend v. Chr. Zithern gespielt, darunter die Guqin und die Pipa.

Das Griechenland des 5. Jahrhunderts v. Chr. brachte eine Vielzahl von Zupfinstrumenten hervor, darunter die Phorminx, die Kithara, die Lyra und das Barbiton. Im Römischen Reich spielten Laute, Lyra, Kithara und Harfe eine Rolle bei der Begleitung des Sologesangs. Im Mittelalter wurden Zupfinstrumente verstärkt von Trobadors und Minnesängern eingesetzt.

Die facettenreiche Geschichte der Zupfinstrumente spiegelt nicht nur den technischen Fortschritt, sondern auch den kulturellen Reichtum und die Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen weltweit wider. Von den Musikbögen der Altsteinzeit bis zu den kunstvollen Zithern und Harfen vergangener Epochen zeugen Zupfinstrumente von der Vielfalt und Kreativität menschlicher musikalischer Entwicklungen im Laufe der Zeit.

Zupfinstrumente finden häufig Verwendung zur Liedbegleitung, besonders im Kontext von Liedermachern, die oft eine Gitarre verwenden, um ihre Lieder zu begleiten. Die Gitarre spielt auch eine bedeutende Rolle in der Populärmusik und im Jazz, wobei neben der akustischen Gitarre besonders die E-Gitarre und der elektrische Bass eine herausragende Position einnehmen. Darüber hinaus gibt es verschiedene Formen von Zupforchestern in Europa und Australien, Balalaikaorchester im osteuropäischen Raum sowie Bluegrassorchester in Nordamerika. Zupfinstrumente werden auch in Sinfonieorchestern und der Oper eingesetzt. Neben der Konzertharfe und dem Cembalo finden gelegentlich auch die Mandoline und die Konzertgitarre Verwendung.

Ein weiterer bemerkenswerter Einsatz von Zupfinstrumenten ist in der Flamenco-Musik, in der die akustische Gitarre eine tragende Rolle spielt. Die lebendigen Klänge der Gitarre prägen den charakteristischen Sound dieses musikalischen Genres. In verschiedenen musikalischen Kontexten, von Soloauftritten bis hin zu groß angelegten Orchestrierungen, tragen Zupfinstrumente zu einer vielfältigen und reichen Klanglandschaft bei.

Ton bzw. Klangerzeugung

Der Ton eines Zupfinstruments wird durch Anschlagen der Saiten erzeugt. Dabei werden die Saiten direkt, meist mit den Fingerkuppen oder einem Plektrum, in Schwingung versetzt. Hinsichtlich der Tonerzeugung gibt es zwei grundlegende Arten von Zupfinstrumenten:

Verkürzen der Saiten mit dem Finger (mit oder ohne Griffbrett): Bei Instrumenten wie Gitarre, Laute, Mandoline, Banjo und Balalaika wird die Tonhöhe durch Verkürzen der Saiten mit den Fingern erzeugt. Gespielt wird auf einem Griffbrett, das mit Bünden versehen sein kann, um die Saiten auf die gewünschte Tonhöhe zu bringen.

Unverkürzte Saiten: Bei Zithern, Harfen und Leiern muss für jeden erzielbaren Ton mindestens eine Saite vorhanden sein, die nicht mit dem Finger verkürzt wird. Hier werden die Saiten ohne Verkürzung angeschlagen oder gezupft.

Es gibt auch Zupfklaviere wie Cembalo, Virginal und Spinett, bei denen die Saiten indirekt über eine Klaviatur und eine Hebelmechanik gezupft werden. Insgesamt ist die Tonerzeugung bei Zupfinstrumenten vielfältig und basiert auf dem Prinzip, Saiten in Schwingung zu versetzen, um Töne zu erzeugen.

Liste von Zupfinstrumenten

  • Akkordzither
  • Balalaika
  • Banjo
  • Berimbao
  • Bouzouki
  • Cembalo
  • Charango
  • Domra
  • E-Bass
  • E-Gitarre
  • Gitarre
  • Gitarrenlaute
  • Guitarlele
  • Guzheng
  • Harfe
  • Keltische Harfe
  • Kissar
  • Klangstuhl
  • Körpertambura
  • Konzertharfe
  • Koto
  • Laute
  • Mandola
  • Mandoline
  • Oud
  • Saz
  • Sitar
  • Spinett
  • Theorbe
  • Ukulele
  • Virginal
  • Zither