Keyboard

Keyboard

Ein Keyboard (engl. electronic keyboard) ist ein elektronisches Tasteninstrument. Es ist kleiner und handlicher als ein Klavier oder eine Orgel und kann daher leicht mitgenommen werden. Der Name kommt von dem englischen Begriff „portable keyboard“, was tragbare Tastatur bedeutet. Meistens hat es 61 Tasten wie eine Orgelklaviatur. Ein Klavier ist mit 88 Tasten ausgestattet.

Die Tastatur wird elektrisch betätigt. Deshalb braucht man weniger Kraft als beim Klavier, um zu spielen. In den 70er Jahren wurde von dem Amerikaner Robert Moog ein elektrisches Instrument gebaut, das die Voraussetzung für die Entwicklung von Keyboards in den 80er Jahren war.

Keyboards, die vor allem im häuslichen Bereich beliebt sind, finden breite Anwendung in der Musikpädagogik und in Tonstudios. Hochwertige Modelle mit umfangreichen Programmiermöglichkeiten sind bei Alleinunterhaltern, insbesondere in der Tanz- und Unterhaltungsmusik, gefragt. Durch erweiterte MIDI-Funktionen kann eine ganze Band simuliert werden, und Musiker können MIDI-Arrangements selbst erstellen oder kaufen.

Geschichte

Eng verbunden mit der Entwicklung der elektronischen Orgel und des Synthesizers ist die Geschichte der Keyboards. Der erste Synthesizer, das Dynamophon, wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts von Thaddeus Cahill vorgestellt. Friedrich Trautwein erfand dann 1924 das Trautonium, das zwar keine Klaviatur hatte, aber in Ganztönen gespielt werden konnte. 1934 schuf Laurens Hammond die erste elektrische Orgel, die Hammondorgel. Ihre Klangsynthese basiert ebenfalls auf Sinustönen, die jedoch in verschiedenen Fußpositionen gemischt werden und so einen komplexen Klang auf jeder Taste ermöglichen. Das später hinzugefügte Leslie-Kabinett war ein wichtiger Klangeffekt. In der DDR wurde ab den 1960er Jahren der elektronische Klangerzeuger Subharchord, ebenfalls mit klassischer Tastatur ausgestattet, auf der Basis des Trautoniums entwickelt.

Der erste rein elektronische Synthesizer heutiger Bauart wurde von Robert Moog auf der Grundlage der Arbeiten von Peter Mauzey entwickelt. Im Gegensatz zu den zeitgleich entstandenen Geräten von Don Buchla verfügten seine ebenfalls über eine Tastatur. Weitere ähnliche Entwicklungen waren in den 1970er Jahren das Synclavier und die Synthesizer-Orgel GX-1.

Das heute gebräuchliche Keyboard etablierte sich in den 1980er Jahren durch die neuen Möglichkeiten der digitalen Klangerzeugung. Mit der Verbreitung der Sampling-Technik in den 1990er Jahren wurden Digitalpianos populär. Eine besondere Entwicklung war die Orgel von Böhm.

Aufbau

Das Hauptkriterium und der besondere Vorteil von Keyboards im Vergleich zu anderen Instrumenten wie der elektronischen Orgel ist ihre hervorragende Transportfähigkeit und Kompaktheit. Die Tastatur des Keyboards ähnelt der eines Klaviers, unterscheidet sich jedoch in Anschlag und Spielgefühl, was ein einzigartiges Spielerlebnis ermöglicht.

Die Anzahl der Tasten ist sehr unterschiedlich und reicht von 76 bis zu 25 oder 61 Tasten. Die Tastenbreite orientiert sich häufig an der Standardtastatur (16,5 cm pro Oktave), wobei Varianten von 16 mm bis hin zu schmaleren Optionen wie 14 cm pro Oktave und Mikrotasten für kompakte Geräte existieren.

Keyboards sind mit einer Vielzahl von Bedienelementen wie Schaltern, Tastern, Dreh- und Schiebereglern ausgestattet, die oft von der klassischen Orgel inspiriert sind. Die meisten Modelle verfügen über Displays, die durch Segmentanzeigen, erweiterte LC-Displays oder TFT-Bildschirme realisiert werden, um Einstellungen übersichtlich darzustellen.

Innovative Designs im Bereich der Home-Keyboards integrieren häufig eingebaute Lautsprecher, die eine externe Verstärkung überflüssig machen. Auf der Rückseite der Keyboards befinden sich neben den Stromanschlüssen auch Audio-, MIDI- und Pedalanschlüsse. Moderne Modelle verfügen über Disketten-, CD- oder Speicherkartenlaufwerke, um zusätzliche Klangmöglichkeiten, Begleitstile oder MIDI-Songs als Presets zu laden. Viele Keyboards bieten auch die flexible Möglichkeit, mit Batterien oder Akkus betrieben zu werden.

Ton bzw. Klangerzeugung

Beim Drücken einer Taste auf der Tastatur wird ein Klang erzeugt. Dieser Klang hat eine bestimmte Tonhöhe und kann durch die Anschlagsgeschwindigkeit, die Tastenbewegung nach dem Drücken und die Tastendruckdauer beeinflusst werden. In der Regel wird als Klangquelle ein Sample verwendet, bei synthesizerähnlichen Systemen eine Oszillatorschaltung. Der Klang kann durch programmierbare ADSR-Hüllkurven und integrierte Effekte zusätzlich beeinflusst werden.

Verbindung zu einem Computer

Ursprünglich verfügten fast alle Keyboards über eine MIDI-Schnittstelle, über die sie mit PCs und anderen elektronischen Klangerzeugern verbunden werden konnten. Die Schnittstelle überträgt jedoch keine Musik, sondern MIDI-Kommandos wie Note-On, Note-Off und Program Change. Diese Kommandos werden auf der PC-Seite durch entsprechende Sequenzer- oder Synthesizer-Programme in Klänge umgewandelt. Die ursprüngliche Verbindung erfolgt durch einen speziellen Stecker. Heutzutage wird dies jedoch über den USB-Eingang des Computers realisiert.

Die Verbindung eines Keyboards mit einem PC bietet zwei zentrale Vorteile. Erstens ermöglicht sie das Recording eigener Spiele als MIDI-Notenfolge, die gespeichert und wiederverwendet werden kann. Dies ermöglicht die Erstellung von mehrspurigen MIDI-Dateien und die Simulation eines vollständigen Orchesters. Zudem eröffnet die Integration eines Software-Synthesizers wie Cubase, Studio One oder Ableton erweiterte Klang- und Effektmöglichkeiten. Die generierten MIDI-Dateien können auch in Notenblätter für weitere musikalische Anwendungen umgewandelt werden.

Funktionen moderner Keyboards

Moderne Keyboards bieten eine beeindruckende Bandbreite an Zusatzfunktionen im Vergleich zum traditionellen Klavier. Diese Funktionen variieren je nach den Bedürfnissen des Anwenders und der spezifischen Preisklasse des Instruments. Zu den herausragenden Features gehören die synthetische Erzeugung von realen Instrumentenklängen sowie ausgewählten elektronischen Synthesizer-Klängen. Diese Fähigkeit verleiht dem Keyboard eine enorme Vielseitigkeit. Es ermöglicht die Erzeugung einer breiten Palette von Klangerlebnissen.

Steuerbare Begleitfunktionen eröffnen darüber hinaus die Möglichkeit, dynamische Schlagzeug- und Instrumentenklänge einer Combo zu kontrollieren. Dadurch kann der Spieler eine facettenreiche Begleitung während des Spiels genießen. Die interne Speicherung und Wiedergabe von Musikdaten bietet eine zusätzliche Dimension für musikalische Darbietungen.

Außerdem erweitern innovative Funktionen wie die Erstellung von Arpeggi aus angespielten Akkorden die klanglichen Möglichkeiten. Programmierbare Leuchttasten erleichtern das effektive Lernen von Liedern. Die Abspielfunktion von MIDI-Dateien und die Speicherung von Konfigurationen für Sound und Begleitung ermöglichen eine flexible Anpassung an individuelle Vorlieben. Keyboards sind vielseitige Musikinstrumente, die nicht nur die Klaviatur eines Klaviers nachahmen, sondern darüber hinaus eine breite Palette digitaler Funktionen für eine kreative Musikgestaltung bieten.

Hersteller von Keyboards

Yamaha aus Japan gilt als unangefochtener Gigant in der Branche. Der Hersteller bietet eine umfassende Produktpalette an, die vom Einsteigermodell über die Mittelklasse bis hin zu Instrumenten für den professionellen Gebrauch reicht. Roland ist ein weiterer renommierter japanischer Hersteller. Roland deckt die gesamte Palette ab, konzentriert sich jedoch in jüngerer Zeit verstärkt auf Modelle im Einsteiger- und Mittelklasse-Segment. Korg, ebenfalls aus Japan, bietet eine breite Auswahl an Keyboards für Spieler aller Level, von Einsteigern bis hin zum professionellen Bereich.

Casio hat sich auf Low-Price-Instrumente im Einsteiger-Segment spezialisiert. Diese Ausrichtung ermöglicht es Casio, erschwingliche Optionen anzubieten. Besonders für Einsteiger sind sie attraktiv. Medeli Electronics stammt nicht aus Japan, sondern aus Hongkong. Dieser Hersteller positioniert sich vor allem im Markt für Low-Price-Instrumente. Interessanterweise werden Medeli-Instrumente teilweise von Musikhäusern unter eigenen Markennamen vertrieben. Das unterstreicht ihre Präsenz und Beliebtheit weiter.

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