Peter Maffay

Peter Maffay

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Peter Maffay wurde am 30. August 1949 in Brașov, Rumänien geboren. Er ist ein deutscher Sänger, Gitarrist, Komponist und Musikproduzent. Sein bürgerlicher Name lautet Peter Alexander Makkay. Zu Beginn seiner Karriere wurde er durch Schlager bekannt. Später wechselte er zum deutschen Rock. Er ist der erfolgreichste Künstler in den deutschen Charts mit 20 Nummer-eins-Alben und über 50 Millionen verkauften Tonträgern. Außerdem ist er Miterfinder der Märchen- und Zeichentrickfigur Tabaluga.

Karriere

Peter Maffay wurde als einziges Kind von Wilhelm Makkay (1926–2021) und Augustine Feltes (1928–1991) in Brașov, Rumänien geboren. Seine Eltern stammen aus Ungarndeutschland und Siebenbürgen. Im August 1963 zog die Familie nach Waldkraiburg bei Mühldorf am Inn in Bayern, wo Maffay seine musikalische Karriere begann. Mit sieben Jahren begann er Geigenunterricht zu nehmen. Später wechselte er auf das Ruperti-Gymnasium in Mühldorf am Inn und tauchte in die Welt der Musik ein.

Maffay finanzierte seine erste Gitarre durch Ferienarbeit. 1964 schloss er sich als Gitarrist den neu formierten Beat Boys an, die später als The Dukes bekannt wurden. Die Band spielte in lokalen Venues und präsentierte Songs von Künstlern wie Bob Dylan und The Kinks. Diese Zeit war geprägt von Auftritten in der Region. Außerdem begann seine Bekanntheit zu steigen.

Nach zwei Jahren Wiederholung in der Schule und dem Abbruch seines Gymnasiums entschied sich Maffay gegen eine Lehre als Chemigraf in München. Stattdessen wollte er sich ganz der Musik widmen. Zusammen mit seiner ehemaligen Schulkameradin Margaret Kraus gründete er das Folk-Beat-Duo Peter & Margit. Sie sangen gemeinsam in verschiedenen Sprachen, darunter Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Ungarisch, Rumänisch und Russisch. Ihre Auftritte im Münchener Club Song Parnass und eine veröffentlichte Single markierten den Anfang von Maffays vielseitiger musikalischer Karriere.

Michael Kunze entdeckte Peter Maffay im Jahr 1969. Er suchte vielversprechende Talente für eigene Songtexte. Im Januar 1970 wurde Maffays Debüt-Single „Du“ veröffentlicht. Der Song war der erste des damals noch minderjährigen Künstlers und wurde von Kunze produziert. Damals galt Volljährigkeit erst ab 21 Jahren. Bereits im März 1970 erlangte Maffay deutschlandweite Bekanntheit durch einen Fernsehauftritt in der ZDF-Hitparade. Sein Song „Du“ wurde zum größten deutschsprachigen Hit des Jahres 1970 und eroberte auch internationale Hitparaden, darunter die der Niederlande (Gold), Norwegens, Österreichs, Belgiens (Gold) und der Schweiz. Insgesamt verkaufte sich der Song über eine Million Mal.

Peter Maffay – Du

Trotzdem konnte der Erfolg mit den nachfolgenden Singles nicht wiederholt werden. 1973 änderte Maffay gemeinsam mit seinem Manager Michael Conradt auch stilistisch die Ausrichtung. Dies zeigte sich erstmals in „Samstagabend in unserer Straße“. In den 1970er Jahren unternahm er mit dem deutschen Singer-Songwriter Johnny Tame als Tame & Maffay sogar Ausflüge in den Country-Rock.

Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre vollzog Maffay einen bemerkenswerten stilistischen Wandel zum Deutschrock. Mit dem Album „Steppenwolf“, das sich beeindruckende 1,6 Millionen Mal verkaufte und damals einen Verkaufsrekord aufstellte, gelang Maffay 1979 der Sprung an die Spitze der Albumcharts. Dieses Album enthielt auch seinen zweiten Nummer-eins-Hit „So bist Du“. Das 1980 folgende Album „Revanche“ war noch erfolgreicher und enthielt den Karat-Song „Über sieben Brücken musst du geh’n“. Bis heute wurden davon über 2,1 Millionen Exemplare verkauft.

Peter Maffay – Über sieben Brücken musst du gehn

1982 erlebte Maffay einen Tiefpunkt seiner Karriere. Er trat im Vorprogramm der Rolling Stones in deutschen Städten auf, fand jedoch kaum Akzeptanz bei den Konzertbesuchern. Bei einem Auftritt in Hannover wurde Maffay vom Sänger der J. Geils Band, Peter Wolf, mit der Frage angekündigt, ob man Schlager möge. Während seines Auftritts wurde er mit Gegenständen beworfen. Bei weiteren Auftritten flogen Tomaten und Eier auf die Bühne.

Zum 40-jährigen Bühnenjubiläum veröffentlichte Maffay das Album „Tattoos“. Es enthält neben Neuaufnahmen seiner größten Hits auch ein gesangloses Intro. Die neuen Versionen wurden in Zusammenarbeit mit dem Wroclaw Score Orchestra produziert. „Tattoos“ erreichte zum 14. Mal Platz 1 der Albumcharts und machte Maffay damit zum Rekordhalter in Deutschland. Das Album war sein 41. Chart-Erfolg. Seine vorherigen Alben waren insgesamt über 1000 Wochen in den deutschen Albumcharts vertreten, einschließlich „Tabaluga und die Zeichen der Zeit“. Im Jahr 2011 nahm er zusammen mit Bushido und Sido für deren Album „23“ eine Neuauflage seines Hits „Nessaja“ auf.

Bisher haben sich 13 seiner Alben mehr als eine Million Mal verkauft. 19 seiner Alben erreichten Platz eins in den Albumcharts. Beides ist die höchste Anzahl eines Künstlers in Deutschland. Bis zum Stand von 2012 verkaufte Maffay knapp 50 Millionen Tonträger. Seine Tourneen verzeichneten teilweise über 700.000 Besucher pro Tour. Einige Konzerte zogen bis zu 120.000 Besucher an.

Die Stammbesetzung der musikalischen Begleitband kristallisierte sich nach der stilistischen Neuausrichtung heraus. Die Rhythmusgruppe bestand bis 1988 aus Bertram Engel am Schlagzeug und Steffi Stephan am Bass. Seit 2017 ist auch Charly Klauser Teil der Band. Nach Stephans Rücktritt aus der Band wurde diese Position von Ken Taylor besetzt, kurzzeitig auch von Colin Hodgkinson.

Die Keyboard wurden überwiegend von Jean-Jacques Kravetz gespielt, dessen Sohn Pascal Kravetz 1988 erstmals live mitspielte. Zwischen 1980 und 1985 war Thomas Glanz tätig. Von 1986 bis 1988 arbeitete der Arrangeur und Komponist Tony Carey als Keyboarder für Maffay.

In der Peter-Maffay-Band spielten zahlreiche Gitarristen, darunter der 2023 verstorbene Andreas Becker (1989–2004), Carl Carlton (seit 1986), Alvin Lee (1991) sowie Peter Keller ab 2004. Bertram Engel ist hauptsächlicher Produzent, unterstützt von Carl Carlton in der Zeit von 2005 bis 2008. Frank Diez war der wichtigste und einflussreichste Gitarrist. Er war Gründungsmitglied der Peter-Maffay-Band und 30 Jahre lang von 1974 bis 2004 kongenialer Mitstreiter und Kreativpartner von Peter Maffay.

Im Maffay-Arrangement tauchten vereinzelt auch Bläser auf, wie beispielsweise der Saxophonist Eddie Taylor (bis 1997). Seit 2001 sind Jon Robert Smith (Saxophon) und Steve Howard (Trompete) regelmäßig wiederkehrend in der Band. Seit 2014 arbeitet der Saxophonist Everette Harp bei Aufnahmen und Livekonzerten mit. Seit der Aufnahme des MTV Unplugged-Albums 2017 ist auch der Bläser Frank Mead dabei.

Vor allem bei Liveauftritten greift Peter Maffay häufig auf Gäste zurück, denen er Zeit und Raum für einen eigenen musikalischen Block einräumt. Zu ihnen gehörten bislang zum Beispiel John Mayall, Julia Neigel, Chris Thompson, Johnny Tame und Meike Anlauff (Mayque). Er verbindet eine enge Zusammenarbeit mit Julia Neigel. Sie schrieb für ihn auch die Texte für Freiheit die ich meine, Siehst Du die Sonne und als Mitautorin Gib die Liebe nicht auf.

Film & Fernsehen

Peter Maffay hat nicht nur Rockmusik gemacht, sondern auch die Tabaluga-Reihe geschaffen. Diese besteht aus sechs Alben und wurde in den 1990er Jahren als Musical auf Tournee und von 1999 bis 2001 auch fest in Oberhausen aufgeführt. Außerdem wurden 78 Zeichentrickfolgen produziert. Das bisher letzte Album Tabaluga – Es lebe die Freundschaft erschien 2015.

Peter Maffay – 40 Jahre Tabaluga

Maffays Album Begegnungen aus dem Jahr 1998 beschritt neue Wege. Er spielte hier mit Künstlern aus aller Welt, darunter die Aborigines-Band Yothu Yindi und Musiker aus Israel. Das Ziel dieser Zusammenarbeit war es, Gelder einzuspielen, um gemeinsam mit World Vision Deutschland Entwicklungshilfeprojekte zu fördern. Die Projekte tragen den Titel Begegnungen – Eine Allianz für Kinder. Im Jahr 2006 setzte Maffay dies mit der Tour Begegnungen – Eine Allianz für Kinder fort. An dieser Tour nahm unter anderem auch Shantel teil.

Maffay übernahm die Hauptrolle in zwei Filmen von Peter Patzak: 1986 in Der Joker und 1999 in Gefangen im Jemen. Außerdem hatte er eine Nebenrolle im Spielfilm Der Eisbär. Im August 2009 veröffentlichte Maffay seine erste offizielle Biografie. Sie trägt den Titel „Auf dem Weg zu mir“ und wurde von dem freien Journalisten Edmund Hartsch niedergeschrieben. Im Juli 2010 porträtierte die ARD ihn in ihrer Sendereihe „Deutschland, deine Künstler“.

Im November 2011 hielt Maffay die Laudatio für den Rapper Bushido, der mit dem Bambi-Integrationspreis ausgezeichnet wurde. Einen Monat nach der Preisverleihung distanzierte sich Maffay jedoch von dem Rapper. Bei der Talk-Show Markus Lanz kam es zu heftigen Diskussionen. Maffay erklärte, Bushido habe sich zwar von diskriminierenden und gewaltverherrlichenden Inhalten distanziert, aber bisher die Konsequenz vermissen lassen, die Songs und Videos vom Markt zu nehmen. Außerdem fehlt eine Zusage, in Zukunft auf Veröffentlichungen dieser Art zu verzichten. Bei der Echoverleihung 2012 setzte Bushido den Disput mit der an Maffay gerichteten Bemerkung fort: „Wir sind politisch unkorrekt“.

Im August 2015 wurde ihm zu Ehren an der Allgemeinschule Nr. 12 in Brașov eine zweisprachige Gedenktafel enthüllt. Er besuchte die Schule von 1955 bis 1963. Gleichzeitig wurde ihm die Ehrenbürgerschaft der Stadt verliehen und er zum Kulturbotschafter Brașovs ernannt.

2009 und 2017 war Peter Maffay zu Gast in der beliebten Hamburger Late-Night-Show „Inas Nacht“, moderiert von Ina Müller im charmanten Schellfischposten.

Seit November 2019 moderierte Peter Maffay zusammen mit Daniel Neumann die erste Staffel der Peter Maffay Radio Show beim Radiosender R.SA. Seit der zweiten Staffel moderierten Maffay und Henriette Fee-Grützner die Radioshow. Parallel dazu lief bei MagentaTV die Serie Red Rooster TV, zu der in jeder Folge Gäste aus verschiedenen Bereichen eingeladen werden. Im Jahr 2022 war er neben Rea Garvey, Stefanie Kloß und Mark Forster als Coach in der 12. Staffel der Gesangs-Castingshow „The Voice of Germany“ tätig und belegte mit seinem Kandidaten Julian Pförtner den zweiten Platz.

Leben

Peter Maffay war bereits fünfmal verheiratet. Seine erste Ehe mit Petra Küfner im Jahr 1975 endete 1979. 1981 heiratete er Chris Heinze, eine befreundete Musikerin und damalige Lehramtsstudentin. Diese Ehe dauerte bis 1986. Ein Jahr vor der Trennung hatte das Paar eine Tochter adoptiert. Von 1990 bis 2000 war Maffay mit der Promotion-Agentin Michaela Herzeg verheiratet. Die Ehe endete 1999.

Danach war Maffay mit Tania Spengler zusammen. Sie heirateten 2003 und bekamen im selben Jahr einen gemeinsamen Sohn. Die Familie lebte in Tutzing und auf einer Finca auf Mallorca. Im Dezember 2015 trennte sich das Paar. Im August 2020 wurde die Ehe mit Spengler geschieden.

Maffays neue Partnerin ist die Gymnasiallehrerin Hendrikje Balsmeyer aus Halle (Saale). Sie haben eine gemeinsame Tochter, die im November 2018 geboren wurde. Im April 2022 heiratete das Paar. Die Familie lebt in Tutzing, wo Maffay auch das Tonstudio Red Rooster/Tabaluga Enterprise betreibt.

Die kreativen Köpfe hinter dem Erfolg von Peter Maffay

Peter Maffay hat im Laufe seiner Karriere mit vielen namhaften Textern und Komponisten zusammengearbeitet. Dazu gehören Michael Kunze, bekannt für seine tiefgründigen und bewegenden Texte, und Johannes Oerding, der Maffays Musik mit seinem modernen Pop-Rock-Einfluss bereichert. Auch Carl Carlton und Lukas Hilbert, beide gefeierte Musiker und Songwriter, trugen mit ihren kreativen Kompositionen zum Erfolg Maffays bei. Rolf Zuckowski, der vor allem durch seine Kinderlieder bekannt wurde, und Bernd Meinunger, ein Meister gefühlvoller Balladen, schrieben ebenfalls wichtige Texte für Maffay. Christian Bruhn, ein Meister seines Fachs, brachte zusätzliche Kreativität und Innovation in Maffays musikalisches Repertoire.

Studioalben

  • 1970 Für das Mädchen, das ich liebe
  • 1971 Du bist wie ein Lied
  • 1973 Omen
  • 1974 Samstag abend in unserer Straße
  • 1975 Meine Freiheit
  • 1976 Und es war Sommer
  • 1977 Tame & Maffay
  • 1977 Dein Gesicht
  • 1979 Steppenwolf
  • 1979 Tame & Maffay 2
  • 1980 Revanche
  • 1982 Ich will leben
  • 1984 Carambolage
  • 1985 Sonne in der Nacht
  • 1988 Lange Schatten
  • 1989 Kein Weg zu weit
  • 1991 38317 (Liebe)
  • 1992 Freunde + Propheten
  • 1996 Sechsundneunzig
  • 1998 Begegnungen
  • 2000 X
  • 2005 Laut & leise
  • 2006 Begegnungen – Eine Allianz für Kinder
  • 2008 Ewig
  • 2014 Wenn das so ist
  • 2019 Jetzt!
  • 2021 So weit

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