Michelle

Michelle

Michelle wurde am 15. Februar 1972 in Villingen-Schwenningen mit dem bürgerlichen Namen Tanja Gisela Hewer geboren und ist eine deutsche Schlagersängerin.

Karriere

1994 belegte Michelle mit „Silbermond und Sternenfeuer“ den zweiten Platz bei den Deutschen Schlager-Festspielen. Im selben Jahr belegte sie mit „Im Auge des Orkans“ den dritten Platz bei der Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest 1997. Wenige Tage später gewann sie mit „Wie Flammen im Wind“ die „Goldene Muse“ bei den Deutschen Schlager-Festspielen 1997. Durch ihren Sieg bei der Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest im März 2001 vertrat sie Deutschland im Mai 2001 in Kopenhagen und belegte dort den achten Platz.

Im April 2003 erlitt Michelle kurz vor einem Konzertauftritt einen leichten Schlaganfall, von dem sie sich jedoch vollständig erholte. Danach kämpfte sie mit schweren Depressionen und unternahm einen Selbstmordversuch. Am 25. Mai 2004 wurde sie von ihrem Kindermädchen bewusstlos aufgefunden und in eine Kölner Klinik gebracht, wo sie zu ihrer eigenen Sicherheit ins Koma versetzt wurde. Wegen völliger Dehydrierung zog sie sich vorübergehend aus dem Schlagergeschäft zurück und eröffnete einen kurzlebigen Hundesalon.

Im Frühjahr 2005 wurde Michelles Album „Leben“ innerhalb weniger Wochen mit Gold ausgezeichnet. Im Jahr 2006 wagte sie sich unter dem Pseudonym Tanja Thomas mit Coverversionen von Disco-Hits der 70er Jahre in die Musikszene. Ihr Album „Glas“ hielt sich sechs Wochen in den deutschen Charts und erreichte Platz zwölf. Neben ihrer musikalischen Karriere zierte sie im April das Cover des deutschen Playboy und trat im Oktober mit dem Eiskunstläufer Jan Luggenhölscher in der deutschen Version von „Dancing on Ice“ auf. Die Leser des Männermagazins Maxim wählten sie zur Frau des Jahres 2006 und in der Februar-Ausgabe 2007 war sie in erotischen Fotoshootings zu sehen.

Im Januar 2007 erlitt Michelle während eines Konzerts in Erfurt einen Schwächeanfall, der zur Absage ihrer Tournee führte. Das Ende des „Projekts Michelle“ gab sie im März desselben Jahres auf einer Pressekonferenz bekannt. Im August 2008 musste sie Privatinsolvenz anmelden.

Nach ihrem Rückzug ins Privatleben meldete sich Michelle 2009 mit einem neuen Studioalbum zurück und trat einen Tag später in der ARD-Sendung „Das Herbstfest der Volksmusik“ auf. Ende 2010 folgte das Album Der beste Moment“. Zwischen Sommer 2011 und Frühjahr 2012 war sie Jurymitglied der RTL 2-Show „My Name Is“. Im März 2012 erschien das Album L’amour“.

2014 präsentierte Michelle das Album „Die Ultimative Best of“, eine Mischung aus alten und neuen Songs, das in den deutschen Charts Platz 7, in den Schweizer Charts Platz 44 und in den österreichischen Charts Platz 2 erreichte. In Österreich wurde das Album für über 15.000 verkaufte Einheiten mit Platin ausgezeichnet. Von Februar bis April 2015 war sie auf Solotournee in Deutschland und Österreich. Im Oktober 2015 wurden das Live-Album und die DVD zur Tour veröffentlicht, das Album erreichte Platz 18 der deutschen, Platz 9 der österreichischen und Platz 54 der Schweizer Charts.

2016 und 2017 war Michelle Jurorin bei der 13. und 14. Staffel von „DSDS – Deutschland sucht den Superstar“. Im April 2016 erschien ihr Studioalbum Ich würd‘ es wieder tun“. Das Album „Tabu“ folgte im Mai 2018 und stieg auf Platz 4 der deutschen Charts ein. Die zweite Single „nicht verdient“ aus dem Album erschien im Juni 2018. Das Duett mit Matthias Reim war in den deutschen und Schweizer Singlecharts erfolgreich und markierte Michelles ersten Singleerfolg in der Schweiz.

Im Oktober 2020 veröffentlichte sie die Single „Vorbei vorbei“ und das Studioalbum „Anders ist gut“. Im Musikvideo wirkte der Tänzer Christian Polanc mit. Seit Februar 2021 wird Michelle von Markus Krampe gemanagt, der zuvor für Michael Wendler tätig war.

Seit 2022 ist Michelle weiterhin präsent: Im März 2022 posierte sie erneut nackt im Playboy. Im Frühjahr 2022 nahm sie an der 15. Staffel der RTL-Tanzshow Let’s Dance teil und belegte den 10. Platz. Ihr Jubiläumsalbum „30 Jahre Michelle – Das war’s … noch nicht“ erschien im Mai 2022 und erreichte in den deutschen und österreichischen Charts Platz 6, in der Schweiz Platz 12. Der Song „Das war’s für mich“ erschien im Oktober 2023, begleitet von der Ankündigung in Florian Silbereisens Show „Schlagerbooom“, dass Michelle im kommenden Jahr ihre über 30-jährige Gesangskarriere mit einem autobiografischen Album und einer Abschiedstournee beenden werde.

Im Oktober 2023 kündigte die Sängerin ihr Karriereende an. Ihr letztes Album werde 2024 erscheinen, erklärte sie in einem Interview mit der „Bild“ und sprach auch von einer Abschiedstournee. „Ich bin 30 Jahre lang durch ein Haifischbecken geschwommen, meistens ohne Rettungsring. Jetzt bin ich an einem Punkt angelangt, an dem ich nicht mehr die Kraft habe, weiterzumachen“, sagte Michelle in dem Interview. Sie wolle „nicht länger in diesem vergifteten Umfeld bleiben“.

Michelle – Scheißkerl

Leben

Michelle wuchs mit einem Bruder und einer Schwester in Blumberg auf. Mit neun Jahren kam sie in eine Pflegefamilie. Mit 14 Jahren sang sie in einer lokalen Band. Über einen Tontechniker kam sie zum Südwestfunk, wo sie ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte. Dort wurde sie von der Schlagersängerin Kristina Bach entdeckt. Der Komponist Jean Frankfurter schrieb und produzierte 1993 Michelles erste Single „Und heut‘ Nacht will ich tanzen“. Die Single wurde ein Hit in den Schlagerparaden und brachte Michelle in die ZDF-Hitparade. Es folgten weitere Plattenaufnahmen und Auftritte in Funk und Fernsehen.

Michelle hat drei Kinder aus drei Ehen. Ihre älteste Tochter Céline Oberloher stammt aus ihrer Ehe mit dem ehemaligen Wind-Sänger Albert Oberloher, die von 1995 bis 1999 dauerte. Marie Reim, ebenfalls eine bekannte Schlagersängerin, ist das Kind aus Michelles Beziehung mit Matthias Reim, die von 1999 bis 2001 dauerte. Außerdem hat Michelle eine weitere Tochter aus ihrer Ehe mit Josef Shitawey, die 2008 geboren wurde. Nach der Trennung von Shitawey im Februar 2010 entschied sich Michelle, wieder ihren Geburtsnamen anzunehmen. Ihre Beziehung mit dem Musiker Eric Philippi wurde im August 2023 öffentlich bekannt gegeben.

Michelle und Matthias Reim – Nicht verdient

Auszeichnungen

Michelle hat im Laufe ihrer Karriere zahlreiche Auszeichnungen erhalten. So erhielt sie unter anderem mehrere Echo Pop Awards, darunter 1999 als „Schlager Künstlerin des Jahres“ und 2002 als „Schlager Act des Jahres“, 2001 den Amadeus Austrian Music Award als „Solokünstlerin – Schlager“ und 2003 das „Schlager Album des Jahres“ für ihr Album „Rouge“. Auch bei den Goldenen Stimmgabeln konnte sie mehrfach punkten, jeweils als „Erfolgreichste deutsche Schlagersängerin“ in den Jahren 1999 und 2001.

Neben diesen renommierten Preisen erhielt Michelle weitere Auszeichnungen, darunter die Silberne Muse bei den Deutschen Schlager-Festspielen 1994 für ihren Titel „Silbermond und Sternenfeuer“ und die Goldene Muse 1997 für „Wie Flammen im Wind“. Außerdem wurde sie 2006 zur „Maxim – Woman of the Year“ gewählt und erhielt 2012 den Smago! Award als „Erfolgreichste Sängerin des Jahres“. Besonders erwähnenswert sind auch ihre Auszeichnungen als “ Dauerbrennerin“ bei den DJ Hitparade Awards für ihre Songs „Große Liebe“ (2014) und „Tabu“ (2019). Anlässlich ihres 25-jährigen Plattenjubiläums erhielt sie 2018 einen weiteren Smago! Award und wurde 2022 mit dem Apollo Award als „Star des Jahres“ geehrt.

Studioalben

  • 1993 Erste Sehnsucht
  • 1995 Traumtänzerball
  • 1997 Wie Flammen im Wind
  • 1998 Nenn es Liebe oder Wahnsinn
  • 2000 So was wie Liebe
  • 2002 Rouge
  • 2005 Leben!
  • 2006 My Passion
    • Glas
  • 2009 Goodbye Michelle
  • 2010 Der beste Moment
  • 2012 L’amour
  • 2016 Ich würd’ es wieder tun
  • 2018 Tabu
  • 2020 Anders ist gut
  • 2022 30 Jahre Michelle – Das war’s… noch nicht!