Afrika Bambaataa

Afrika Bambaataa

Afrika Bambaataa, auch bekannt als der „Godfather of Hip Hop“, ist ein US-amerikanischer DJ, Produzent und Musik-Aktivist. In den 1970er Jahren war er maßgeblich an der Etablierung und Förderung von Hip-Hop beteiligt. Er ist der Gründer der gemeinnützigen Organisation Zulu Nation und setzt sich für soziale Gerechtigkeit ein. Mit dem Hit „Planet Rock“ begründete er den Electro Funk und beeinflusste House und andere Dance-Stile. Er ist auch als „Master of Records“ bekannt, da er eine breit gefächerte Plattensammlung hat. Neben seiner musikalischen Tätigkeit engagiert er sich auch gegen Apartheid, Kriege und Umweltverschmutzung. Geboren wurde er am 17. April 1957 als Lance Taylor in der Bronx, New York City und zählt zu den stilprägenden Figuren der Anfangszeiten im Hip-Hop.

Anfang der Karriere

Afrika Bambaataa begann seine Karriere als DJ bei den Block Parties in der New Yorker Bronx, wo er mit seinem eigenen Sound System auftrat und durch seinen unkonventionellen Stil und seine umfangreiche Plattensammlung auffiel. In der Junior High School 123 gewann er 1976 seine erste offizielle DJ-Battle und erhielt den Beinamen „Master of Records“. Sein bekanntester Hit ist Planet Rock aus dem Jahr 1982, der durch die Zusammenarbeit mit der Soulsonic Force, Tom Silverman, Arthur Baker und John Robie entstanden ist. Der Song, der die Melodie von Kraftwerks Trans-Europa-Express nutzt, wurde zum Klassiker des Hip-Hop und des Techno und beeinflusste die Entstehung von Technolectro, Miami Bass und Electro. Afrika Bambaataa arbeitete in seiner Karriere mit vielen Künstlern zusammen und engagierte sich für verschiedene Projekte, wie zum Beispiel für den weltweiten Naturschutz und gegen Apartheid.

In den folgenden Jahren veröffentlichte Afrika Bambaataa Platten wie Looking For The Perfect Beat und Renegades Of Funk, die an Planet Rock angelehnt sind. 1984 arbeitete er mit James Brown zusammen und produzierte den Song Unity. Mit John Lydon von den Sex Pistols entstand das Stück World Destruction, das gegen Kriege gerichtet ist. Mit Beware The Funk Is Everywhere aus dem Jahr 1986 ging Bambaataa einen neuen Weg und integrierte weniger elektronische, dafür mehr Hip-Hop-lastige Musik in sein Schaffen. In den späten 1980er Jahren engagierte er sich für Naturschutzprojekte und setzte sich gegen Apartheid ein. In den 1990er Jahren integrierte er House- und Technoklänge in seine Musik und arbeitete an Alben wie Decade Of Darkness und Jazzing. Nebenbei veröffentlichte er auch wieder Electro- und Hip-Hop-Platten mit Time Zone und der Soulsonic Force.

Afrika Bambaataa hat in den 1990er Jahren mit Melle Mel und Kurtis Blow den Soundtrack für ein Computerspiel namens We Funk This Party Out produziert. Später arbeitete er mit WestBam unter dem Namen I.F.O. zusammen und brachte Ende der 1990er Jahre mit Leftfield Afrika Shoxx heraus. Bambaataa spielte eine Nebenrolle in dem Musikvideo, das von Chris Cunningham gedreht wurde und sehr bekannt wurde.

In den 2000er Jahren trat Afrika Bambaataa weltweit in Clubs und auf verschiedenen Veranstaltungen auf und spielte bis 2006 regelmäßig auf der Loveparade Abschlusskundgebung. 2000 half er bei der Gründung des Indielabels Mellowvibes Records in Berlin und produzierte eine Maxi mit Zulu King Ben und Rookid aka 2K. Ein Jahr später begann er die Zusammenarbeit mit Hardy Hard unter dem Namen Sirius B, die vor allem durch das Video Tell-Lie-Vision bekannt wurde. Afrika Bambaataa engagierte sich auch politisch und veröffentlichte 2001 die Single „Star Spangled Banner“, um sich für den Frieden einzusetzen. Insgesamt veröffentlichte er mehrere Alben in den Genres Electro, Breakbeats und 2-Step.

2006 wurde Afrika Bambaataa in den Bronx Walk Of Fame aufgenommen und von VH1 für sein Schaffen in der Hip-Hop-Kultur ausgezeichnet. Er kritisierte jedoch die eingeschränkte Präsentation des Hip-Hop durch viele US-amerikanische Radio- und TV-Sender, die nur wenige Künstler mit einem markenorientierten, sexistischen und kriminellen Image präsentierten, anstatt die ganze Vielfalt der Kultur zu zeigen. Auf Zulu-Nation-Treffen diskutierten sie die Vernachlässigung von Vorbildspflichten und die Benachteiligung politischer und intelligenter Künstler, besonders wenn sie keine Weißen sind.

Am 22. Dezember 2007 beteiligte sich Afrika Bambaataa an einem Tribute-Konzert für den verstorbenen James Brown. Das von Bootsy Collins organisierte Konzert umfasste auch Auftritte von Chuck D (Public Enemy), Buckethead, Freekbass, Triage und den Soul Generals. Im selben Jahr wurde Afrika Bambaataa für die Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame nominiert, jedoch wurden andere Künstler, vor allem Madonna, mit der Begründung als wichtiger für ihr jeweiliges Genre aufgenommen.

Afrika Bambaataa und die Zulu Nation

Afrika Bambaataa, ein Pionier des Hip-Hop, gründete die Zulu Nation, ein Kollektiv aus B-Boys, DJs, Graffiti-Künstlern und Rappern, das weltweit tätig ist. Seine Idee zur Gründung der Zulu Nation entstand nachdem er den Film Zulu sah und sich von der Idee inspirieren ließ, eine eigene Zulu Nation zu gründen. Bam, wie er genannt wird, legte besonderen Wert auf das, was er „das fünfte Element der Hip-Hop-Kultur“ nannte, nämlich Weisheit, Verständnis, Glaube, Freiheit, Gerechtigkeit, Gleichheit, Frieden, Einigkeit, Liebe, Respekt, Arbeit und die Freude am Leben. Neben seiner Musikkarriere waren die Black Spades und die Nation of Islam wichtige Einflüsse für Bambaataa. Die Zulu Nation pflegt die Hip-Hop-Kultur und feiert ihr Jubiläum jedes Jahr um das zweite Novemberwochenende. Die Feier zieht Zulu-Nation-Mitglieder aus der ganzen Welt an und besteht aus Diskussionen und Musikveranstaltungen sowie politischen und sozialkritischen Aktionen.

Auszeichnungen und Anerkennung

Afrika Bambaataa wurde in seiner Karriere mit verschiedenen Auszeichnungen geehrt. Im Jahr 1998 erhielt er den Technics DMC DJ Hall Of Fame Award, der ihm für seine Leistungen als DJ verliehen wurde. Ein Jahr später, im Jahr 1999, erhielt er den Pioneer Award bei den Source Awards, die jährlich die besten Hip-Hop-Künstler auszeichnen. Im selben Jahr wurde er auch in die Hip-Hop (Rock’n´Roll) Hall Of Fame aufgenommen.

Im Jahr 2000 wurde Afrika Bambaataa im Experience Music Project Museum in Seattle geehrt. Dort wurde er als einer der Pioniere des Hip-Hop geehrt und seine Arbeit wurde als wichtiger Beitrag zur Hip-Hop-Kultur gewürdigt. Im Jahr 2002 erhielt er den Billboard Pioneer Of Hip Hop Award, eine Auszeichnung, die ihm für seine bedeutenden Beiträge zur Entwicklung des Hip-Hop verliehen wurde.

Diese Auszeichnungen sind ein Beleg für Afrika Bambaataas bedeutende Rolle in der Hip-Hop-Kultur. Sie zeigen, wie sehr er von seinen Fans, Kollegen und der Industrie respektiert wird und wie sehr seine Arbeit die Hip-Hop-Szene geprägt hat. Sein Vermächtnis als Hip-Hop-Pionier wird auch in Zukunft weiterleben und die Kultur inspirieren.