Dieter Falk

Dieter Falk
© Felix Vollmer

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Dieter Falk – Produzent, Komponist, musikalischer Visionär

Dieter Falk ist ein deutscher Musikproduzent, Komponist, Arrangeur und Pianist, dessen Karriere sich über vier Jahrzehnte erstreckt. In seinem Schaffen verbindet er klassische Musikalität mit populären Genres und hat sowohl im Studio als auch live Akzente gesetzt. Er ist nicht nur für seine Zusammenarbeit mit namhaften Acts wie Pur, Monrose, Patricia Kaas oder Paul Young bekannt, sondern auch für großformatige Chor- und Bühnenprojekte, bei denen er als kreativer Motor agiert. Sein klavierbetonter Stil, seine pädagogische Arbeit und seine Rolle als Vermittler zwischen kirchlicher Tradition und zeitgenössischer Popkultur machen ihn zu einer zentralen Figur der deutschen Musiklandschaft.

Musikalische Herkunft und prägende Einflüsse

Dieter Falks Musik- und Lebensgeschichte beginnt früh: Im Alter von sechs Jahren erhielt er seinen ersten Klavierunterricht, gefolgt vom Geigenunterricht im elften Lebensjahr – die Grundlagen einer musikalischen Erziehung, die schon bald über bloße Technik hinauswachsen sollte. Nach dem Abschluss des Evangelischen Gymnasiums Siegen-Weidenau führte ihn sein Weg von 1979 bis 1985 an die Musikhochschule Köln, wo er Jazz, Kirchenmusik und Schulmusik studierte – Hauptfach Klavier, Nebenfach Saxophon.

Diese scheinbar gegensätzlichen Bereiche prägten seine spätere Offenheit für Stil- und Genregrenzen. Bereits zu dieser Zeit war Falk als Leiter einer Rhythmusgruppe aktiv, die unter anderem die religiösen Konzerte von Inge Brück begleitete. Aufnahmen aus dem Jahr 1982 dokumentieren diese frühe Verbindung zwischen kirchlicher Musiktradition und professionellem Musikbetrieb.

Künstlerische Entwicklung und zentrale Meilensteine

Sein Einstieg ins professionelle Musikleben fand bald breitere Resonanz: 1985 erschienen seine ersten Soloalben „On Time” und „Instrumental Journey”, auf denen Falk Kirchenchoräle präsentierte und damit bereits sein späteres Interesse an der Verknüpfung von Tradition und zeitgenössischer Instrumentierung vorwegnahm. In den späten 1980er Jahren arbeitete er zunehmend als Session-Musiker und Produzent in den Studios von Los Angeles und Nashville, wo er mit Größen wie Abe Laboriel, Alex Acuña, Lee Konitz, Jerry Hey, Chuck Findley und Dann Huff zusammenarbeitete – ein internationales Netzwerk, das seine Vielseitigkeit unterstrich.

Parallel dazu spielte Falk zwischen 1989 und 1992 in Wolfgang Schmids Jazz-Rock-Formation „Kick“ mit Musikern wie Billy Cobham, Nippy Noya, Peter Wölpl und Wolfgang Haffner zusammen. Ein ARD-Auftritt der Formation in der Sendung Ohne Filter belegt die stilistische Bandbreite dieser frühen Phase.

Ein frühes Sample seiner Eigenkomposition „Back to the Roots” (1988) wurde als Unterlegmusik in der WDR2-Hörfunksendung „Schlagerrallye” bekannt – ein Hinweis darauf, dass Falks musikjournalistische Präsenz schon früh weit über die Studios hinausreichte. Die Veröffentlichung seines selbstbetitelten Jazz-Rock-Albums im Jahr 1989 mit Mitwirkung von Steve Lukather zeigte, wie er intelligente improvisatorische Energie mit elektronischer Produktion verband.

Ab 1990 setzte Falk den künstlerischen Fokus nachhaltig auf Produktion und Songwriting: Als Produzent der Gruppe PUR erreichte er mehrfach Spitzenplätze in den deutschen Verkaufscharts, darunter der Millionenseller „Abenteuerland“. Er war darüber hinaus an Top-20-Erfolgen deutscher Acts wie Marque (One to Make Her Happy) und Pe Werner (Kribbeln im Bauch) beteiligt und arbeitete mit internationalen Künstlern wie Patricia Kaas, Paul Young, Karel Gott und Nana Mouskouri zusammen.

Stilistische Ausrichtungen und Genregrenzen

Falks Schaffen lässt sich nicht auf ein Genre reduzieren. Schon seine frühen Alben verbanden sakrale Choräle mit modernen Arrangements; später entwickelte er einen Produktionsstil, der Pop, Jazz, Gospel und klassisch-kirchliche Musik reflektiert. Sein Umgang mit Musik folgt einem organischen, klavierzentrierten Ansatz, bei dem Harmonie, Rhythmus und die narrative Kraft des Songs im Mittelpunkt stehen.

Parallel zu seiner Arbeit im Mainstream-Pop widmete er sich immer wieder Formen, die über das klassische Album hinausweisen. Pop-Oratorien und Musicals. Hier wird deutlich, wie Falk musikhistorisches Material und religiöse Narration in große, gemeinschaftliche Formen bringt, ohne ihnen akademische Distanz zu lassen – im Gegenteil: Sie sind für das Publikum gemacht, nicht für den Elfenbeinturm.

Zusammenarbeit mit Künstlern und musikalische Netzwerke

Für Falk war die Rolle als kreativer Partner stets so zentral wie die des Solokünstlers. Die Liste seiner Kooperationen liest sich wie ein Querschnitt durch die populäre Musikproduktion der letzten vier Jahrzehnte: internationale Studiokollegen, Pop-Acts und traditionelle kirchliche Formationen.

Ein besonderes Kapitel seiner kollaborativen Arbeit sind die Projekte mit dem Texter und Librettisten Michael Kunze: Gemeinsam schufen sie Pop-Oratorien und Musicals, die das synchrone Singen großer Gemeinschaften in den Mittelpunkt stellen. „Die 10 Gebote“ wurde 2010 in der Dortmunder Westfalenhalle uraufgeführt und versammelte einen 2.500 Personen starken Chor. Spätere Produktionen wie „LUTHER“ und das Weihnachtsmusical „Bethlehem“ lockten jeweils Tausende Besucher an.

Diese großformatigen Projekte gehen über traditionelle Chor- oder Musicalaufführungen hinaus. Sie sind Ereignisse, bei denen die Chorgemeinschaft selbst zum Protagonisten wird, getragen von Falks Arrangementkunst und seinem Gespür für narrative Musikalität.

Lehre, Live-Konzepte und aktuelle Projekte

Parallel zur schöpferischen Arbeit blieb Falk als Lehrer und Vermittler aktiv: Seit 2013 ist er Professor für Musikproduktion an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf und seit 2019 auch an der HfKM Regensburg tätig, wo er Popchorleitung, Musikproduktion und Gospel-Piano unterrichtet.

Seine Arbeit außerhalb klassischer Konzertformate zeigt sich im Projekt „RockChor 60+“, das in 18 deutschen Städten Menschen jeden Alters singend zusammenbringt, sowie in seiner Rolle als musikalischer Leiter der „Rotkäppchen Nacht der Chöre“, bei der Chöre mit Pop-Acts gemeinsam auftreten. Darüber hinaus initiierte er während der Pandemie live-gestreamte Chorproben, die zehntausende Sänger:innen vor den Bildschirmen vereinten.

In jüngster Zeit komponierte Falk gemeinsam mit seinem Sohn Paul das Musical „Das Beste aus zwei Welten“ zur Feier des 50-jährigen Bestehens der Fusion der Kreise Siegen und Wittgenstein. Es feierte im Juni 2025 Premiere. Ebenso komponierte er das Musical „Maria Theresia“ für die Vereinigten Bühnen Wien. Es soll im Oktober 2025 im Ronacher Wien Premiere feiern.

Für wen hat Dieter Falk als Musikproduzent gearbeitet?

  • Abe Laboriel
  • Alex Acuña
  • Amy Grant
  • Billy Cobham
  • Brings
  • Chuck Findley
  • Daliah Lavi
  • Dann Huff
  • Detlev Jöcker
  • Die Priester
  • Edwin Hawkins
  • Francine Jordi
  • Gitte Hænning
  • Guildo Horn
  • Jerry Hey
  • Karel Gott
  • Katja Ebstein
  • Kenny Rogers
  • Lee Konitz
  • Marque
  • Marshall & Alexander
  • Monrose
  • Nana Mouskouri
  • Nazareth
  • New York Voices
  • Nino de Angelo
  • Nippy Noya
  • Patricia Kaas
  • Paul Young
  • Pe Werner
  • Peter Wölpl
  • PUR
  • Reba McEntire
  • Roger Chapman
  • Steve Lukather (Toto)
  • Till Brönner
  • Wolfgang Haffner