Dalida

Dalida: französische Chansonsängerin
© Brown/Rouget

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Dalida, mit bürgerlichem Namen Iolanda Cristina Gigliotti, wurde 1933 in Kairo geboren. Sie war eine der vielseitigsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Sie war eine Sängerin, die Genre- und Sprachgrenzen mit erstaunlicher Leichtigkeit übersprang. Sie entwickelte eine Stimme, die zugleich tief melancholisch und sinnlich elektrisierend sein konnte, und bewegte sich dabei zwischen französischem Chanson, Pop, Weltmusik und später Disco. Mit Hits wie „Bambino”, „Am Tag als der Regen kam”, „Paroles, Paroles” und „Laissez-moi danser” schrieb sie Musikgeschichte in Europa und darüber hinaus. Ihr Leben oszillierte zwischen Triumph und Tragik. Ihre Karriere war nicht nur eine Serie von Chart-Erfolgen, sondern auch ein musikalisches Dokument persönlicher Suche und kultureller Vielfalt. Für Le temps des fleurs, Gigi l’amoroso und J’attendrai erhielt sie Goldene Schallplatten und für Gigi l’amoroso zudem 1975 eine Platinplatte.

Musikalische Herkunft und prägende Einflüsse

Dalidas künstlerischer Ursprung wurzelt in einer einzigartigen kulturellen Mischung: Sie hatte italienische Wurzeln, wuchs in Ägypten auf und war später im französischen Musikbetrieb verankert. Diese polyglotte Identität spiegelte sich nicht nur in ihrem Leben, sondern auch in ihrem Repertoire wider: Dalida nahm Lieder in sieben bis neun Sprachen auf und verband Klangfarben aus Pop, Chanson, Weltmusik und Disco. Diese Vielsprachigkeit war mehr als ein stilistisches Experiment – sie war Ausdruck eines Kosmopolitismus, der Dalidas musikalische Stimme prägt und sie weit über nationale Poplandschaften hinaus anschlussfähig macht.

Künstlerische Entwicklung und zentrale Meilensteine

Der Sprung nach Paris in den 1950er-Jahren markierte für Dalida den Übergang von der Schönheitskönigin (Miss Ägypten) zu einer der meistverkauften Sängerinnen Europas. Ihr früher Hit Bambino katapultierte sie 1956 an die Spitze der französischen Charts. Kurz darauf folgten internationale Erfolge wie „Am Tag als der Regen kam” und später „Gigi l’Amoroso”, die von Disco-Nummern wie „Je suis malade” und „Laissez-moi danser” flankiert wurden und sie in die glitzernde Disco-Ära führten. Dabei blieb sie niemals bei einem Stil stehen. Ihr Werk der 1960er Jahre pendelte zwischen Chanson und Pop, die 1970er Jahre bedeuteten eine Rückkehr zur Weltmusik und introspektiven Balladen („Salma ya salama”, „Dédié à toi”), während die 1980er Jahre eine Synthese aus glamouröser Show-Inszenierung und tanzbaren Arrangements fanden.

Stilistische Ausrichtungen, Genregrenzen und Erweiterungen

Was Dalida künstlerisch so fesselnd macht, ist ihre Fähigkeit, Genregrenzen bewusst zu dehnen. In ihrer Musik verband sie Elemente der klassischen Chanson-Tradition mit internationalem Pop und folkloristischen Anleihen. Arabische Melodik traf auf europäische Orchestrierung, französische Ballade auf Disco-Rhythmen. Diese stilistische Offenheit führte sie in Studios und auf internationale Bühnen und Festivals – von Frankreich über Deutschland bis in den arabischen Raum. Ihre Performances waren mehr als bloße Konzerte; sie waren kulturelle Begegnungsräume zwischen Tradition und Moderne.

Zusammenarbeit mit anderen Künstlern

Dalida war eine Kollaborationspartnerin, die verstand, wie sich künstlerische Stimmen gegenseitig befruchten können. Eine ihrer bekanntesten musikalischen Partnerschaften war „Paroles, Paroles” mit Alain Delon, ein Chanson-Duett, das bis heute als Ikone französischer Popkultur gilt. Sie arbeitete mit Songwritern und Produzenten aus verschiedenen Ländern zusammen, adaptierte internationale Hits in mehreren Sprachen und schuf so ein Diskursfeld, in dem Popmusik transnational und genreübergreifend wirkt.

Dalidas Werk bleibt ein faszinierender Spiegel musikalischer Transformationen des 20. Jahrhunderts. Es erzählt von einer Künstlerin, die technisch versiert, emotional tiefgründig und kulturell unerschrocken war – und die bis heute Hörer:innen auf der ganzen Welt berührt und inspiriert.

Songs von Dalida

  • 1956 Bambino
  • 1957 Gondolier
  • 1958 More Than Ever
  • 1960 Les enfants du pirée
  • 1960 Romantica
  • 1973 Paroles, paroles (mit Alain Delon)
  • 1974 Gigi l’amoroso
  • 1974 Il venait d’avoir 18 ans
  • 1976 J’attendrai
  • 1977 Femme est la nuit
  • 1977 Salma ya salama
  • 1978 Generation 78
  • 1980 Gigi à paradisco
  • 1979 Laissez‑moi danser
  • 1968 Le temps des fleurs
  • 1967 Ciao amore, ciao

Alben von Dalida

  • 1967 Olympia 67
  • 1968 Dalida
  • 1968 Le temps des fleurs
  • 1973 Il venait d’avoir 18 ans
  • 1974 Gigi l’amoroso
  • 1974 Dalida 74
  • 1975 J’attendrai
  • 1977 Salma ya salama
  • 1978 50 Succès Disco
  • 1978 Génération 78
  • 1981 Olympia 81