Impressionismus

Impressionismus verstehen - Kunst neu erleben

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Impressionismus verstehen: Kunst neu erleben

Der Impressionismus entstand um 1870 in Frankreich als Gegenbewegung zur akademischen Malerei. Er revolutionierte die Kunst, indem er flüchtige Momentaufnahmen, atmosphärische Lichtverhältnisse und das moderne Leben in den Mittelpunkt stellte. Charakteristisch für diese Stilrichtung sind helle, leuchtende Farben, der bewusste Verzicht auf Schwarz, ein pastoser Farbauftrag mit sichtbaren, schnellen Pinselstrichen sowie die sogenannte optische Farbmischung, die oft erst aus der Distanz ihre Wirkung entfaltet. Das Spiel von Licht und Schatten, insbesondere auf Wasserflächen, stand dabei im Zentrum der Aufmerksamkeit. Motive aus dem Alltag der Bourgeoisie, Straßenszenen, Cafés und Landschaften wurden bevorzugt dargestellt.

Viele Maler, darunter auch deutsche Impressionisten wie Max Slevogt, Max Liebermann und Lovis Corinth, arbeiteten häufig „en plein air“, also direkt vor dem Motiv. Dies wurde durch die Erfindung der Farbtube im Jahr 1841 stark begünstigt. Kurze, sichtbare Pinselstriche erzeugten eine dynamische Textur und die Bildkompositionen waren teilweise asymmetrisch, was durch die Fotografie beeinflusst wurde. Dabei wurden Motive oft angeschnitten.

Wichtige Vertreter dieser Bewegung sind Claude Monet, dessen Gemälde „Impression — soleil levant“ (1872) der Bewegung ihren Namen gab, sowie Pierre-Auguste Renoir mit seinen lichtdurchfluteten Figurenbildern. Auch Édouard Manet, Edgar Degas, Camille Pissarro und Berthe Morisot prägten die impressionistische Malerei entscheidend. Weitere bekannte Maler sind Alfred Sisley und Frédéric Bazille, deren impressionistische Werke bis heute bewundert werden.

Ursprünglich stieß die Gruppe um Monet, Renoir und Pissarro auf kaum Anerkennung und wurde von Kritikern als skizzenhaft verspottet. Nachdem der „Salon de Paris” ihre Gemälde abgelehnt hatte, organisierten sie ab 1874 eigene Ausstellungen. Der Impressionismus gilt heute als Wegbereiter der Moderne und des Postimpressionismus, der unter anderem Künstler wie Van Gogh und Paul Cézanne prägte.

Die Stilrichtung beeinflusste nicht nur die Malerei, sondern auch andere Künste. In der Musik spiegelten Komponisten wie Claude Debussy impressionistische Ideen wider und auch in der Literatur standen subjektive Eindrücke und impressionistische Stimmungen im Vordergrund. In Deutschland war der Impressionismus vor allem in der Landschaftsmalerei vertreten. Das Museum Barberini in Potsdam beherbergt eine der bedeutendsten Sammlungen. Ausstellungsfilme und Museumspräsentationen machen die Werke des Impressionismus heute erlebbar und lassen die Malweise von Monet, Renoir und anderen neu entdecken.

Bekannte Vertreter des Impressionismus

  • Alfred Sisley: Spezialist für Landschaften im impressionistischen Stil
  • Berthe Morisot: eine der herausragenden Malerinnen der Bewegung
  • Camille Pissarro: bedeutender Landschaftsmaler
  • Claude Monet: Begründer des Impressionismus und bekannt für „Impression, soleil levant”
  • Edgar Degas: Meister der Bewegung, insbesondere von Ballettdarstellungen
  • Édouard Manet: Wegbereiter des Impressionismus, der oft Szenen des modernen Lebens darstellte
  • Frédéric Bazille: Früher Impressionist mit Fokus auf Licht und Natur
  • Gustave Caillebotte: Berühmt für seine städtischen Szenen und Perspektiven
  • Lovis Corinth: Kombination von Impressionismus und Expressionismus
  • Max Liebermann: Alltagsszenen und Gärten
  • Max Slevogt: Landschafts- und Porträtmalerei
  • Pierre-Auguste Renoir: Berühmt für lichtdurchflutete Figurenbilder